Erstellt am 05.10.2009
Trotz der weltweiten Finanzkrise ist die ägyptische Volkswirtschaft eine der stabilsten im Nahen Osten und der Welt.
Die Reformprogramme, die seit 2004 gurchgeführt werden, haben dazu geführt, dass das nationale Finazsystem über
genügend Liquidität verfügt und das ägyptische Pfund (EGP) stabil blieb.
Fürs laufende Geschäftsjahr (2008/2009) rechnet man mit einem Wachstum
von 3,5 - 4 %.
"Aber wir werden demnächst ein Massnahmenpaket schnüren, welches auf 5% Wirtschaftswachstum abzielt", kündigte Mahmoud Mohieldin (Investitionsminister) an.
2007/2008 betrug die Wachstumsrate noch 7,2%. Ägypten belegte damit Platz 31 auf der Globallist.
Im vergleich
dazu, China - Rang 16 mit 9%, Schweiz - Rang 166 mit 1,6% gefolgt von USA - Rang 172 mit 1,1% und
Deutschland - Rang 177 mit 1,0%.
Ägypten bleibt ein attraktiver Standort für internationale Investoren da es neben Mexiko, den Phillipinen und
Indonesien zu den 10 Ländern mir den niedrigsten Risiken für Investoren zählt.
Die Abschwächung der Wirtschaft betrifft auch Bereiche wie Tourismus, Einnahmen der Schifffahrt durch den
Suez-Kanal, Exporte und Investitionen. Um die Folgen des Wirtschaftsabschwungs zu meistern, hat die Regierung
ein Konjunkturpaket von 30 Milliarden EGP geschnürt.
Mit 15 Milliarden EGP werden vor allem öffentliche Ausgaben in Infrastrukturprojekte gesteigert.
15 Milliarden werden für Public Partnership-Projekte zur Verfügung gestellt. Die ägyptische
Wirtschaftsförderung (GAFI) gibt über einzelne Projekte und Beteiligungsmöglichkeiten Auskunft.
Sinkende Inflation, 2008 betrug sie noch 18,3%, als positiver Effekt der Finanzkrise. Der Rückgang der Inflations-
und Preissteigerungsrate macht es möglich, sich auf Massnahmen zur Belebung der Wirtschaft zu konzentrieren.
Mit guten Investitionsmöglichkeiten und hohen Wachstumsraten alleine ist es nich getan, so dachte man, dass der
Boom auch der ärmeren Bevölkerung zu gute kommt.
Mittlerweile macht sich ein Umdenken breit. "Nichts sickert automatisch durch", kirisiert Mohieldin. Er sieht
in der besseren und vor allem bedarfsorientierten Ausbildung der Ägypter ein wichtiges Mittel zur Armutsbekämpfung.
Bei der Qualifikation von Industriearbeitern hat sich schon einiges getan. Der Industrial Training Council (ITC)
ist ein Ableger des Moderniesierungsprogramms für die ägyptische Industrie und übernimmt bis zu 80% der
Schulungskosten. Der ITC wurde von der Regierung gemeinsam mit der Europäischen Union ins Leben gerufen.
Beobachter erwarten aber noch eine Reform des Schulwesens.
Neben neuen Ausbildungskonzepten sollen auch Investitionen in die Infrastruktur gestärkt werden. Dies steigere
die Wettbewerbsfähigkeit der ägyptischen Wirtschaft und generiere gleichzeitig Arbeitsplätze für gering Qualifizierte.
Ein Teil des notwendigen Kapitals sollen Private zuschiessen.
So sollen in den kommenden fünf Jahren sechs Ausschreibungen für jeweils bis zu 350 Schulen geplant sein.
Eine Modernisierng der maroden Infrastruktur ist längst überfällig. Gerade Menschen mit geringem Einkommen haben eine schlechte Versorgung mit Wohnraum, Wasser und Strom.
Deswegen sind auch Abwassersysteme in zahlreichen Regierungsbezirken und Wassernetze geplant.